Der Stau gehört zu den unvermeidlichen Übeln auf unseren Straßen. Doch selbst wenn jeder Fahrer über den Stillstand schimpft: Jeder Einzelne trägt mit seiner Anwesenheit selbst zur Belastung der Straßen bei. Mit ein bisschen Planung und Mitdenken kann aber jeder auch helfen, das Ausmaß des Rückstaus zu verringern, oder zumindest nicht zu verschlimmern.
Ein großes Problem ist noch immer das Einfädeln, zum Beispiel an Autobahnbaustellen. Das verbreitete Verhalten, sich weit vor dem Ende der Fahrspur einzufädeln, ist grundsätzlich falsch und behindert den Verkehrsfluss zusätzlich, wissen die Experten von Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungsverein). Richtig verhält sich dagegen, wer bis zum Ende der Fahrspur vorfährt und dann im sogenannten Reißverschlussverfahren auf die weiterführende Spur wechselt, wie es die Straßenverkehrsordnung ausdrücklich verlangt. Grundsätzlich sollte man schon vor der Fahrt an einen möglichen Stau denken. Wer sich erkundigt, auf welchen Strecken mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist, kann die neuralgischen Punkte rechtzeitig umgehen und hilft, den Verkehr nicht noch dichter zu machen. Selbst wer eine entsprechende Information erst während der Fahrt im Radio hört, hat noch Alternativen. Auch für Ortsfremde kann es sich bei Verkehrsstockungen von mehreren Kilometern Länge durchaus lohnen, eine Autobahn zu verlassen und die Autoschlange zu umfahren.
Ist der Stau unumgänglich, lässt sich trotz allem einiges tun, um die Situation nicht unnötig zu verschlimmern. Schon beim Heranfahren an das Ende der Schlange ist die Warnblinkanlage einzuschalten, um die nachfolgenden Fahrzeuge zu warnen. Wer nicht zu dicht auf das Stauende auffährt, sondern einen der Situation angepassten Abstand zum Vordermann wahrt, lässt eine Ausweichmöglichkeit, falls der Hintermann die Situation doch nicht richtig erkannt hat. Beim Auflösen der Schlange sollte man möglichst ausgleichend fahren. Wer im Wechsel stark beschleunigt und abrupt abbremst, verhindert zusätzlich, dass der Verkehr wieder gleichmäßig in Fluss kommt.
Da nicht selten ein Unfall die Ursache der Verkehrsstockung ist, müssen Rettungs- und Polizeifahrzeuge die Möglichkeit zur Durchfahrt bekommen. Dafür ist auf mehrspurigen Strecken eine Rettungsgasse freizuhalten. Bei zweispurigen Autobahnen liegt sie zwischen den beiden Fahrspuren, bei dreispurigen Autobahnen zwischen der linken und der mittleren Spur, bei vier Spuren in der Mitte.
(Quelle: Deister- und Weserzeitung vom 04.02.2004)
Jürgen Zwilling
- Versicherungsmakler-
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